Zweite Reise Tag 121: Parisa Tabrizi

Heute habe ich unter dem ruhigen Himmel von Isfahan den Vormittag in der Scheich-Lotfollah-Moschee verbracht und ihre architektonische Perfektion bewundert. Die filigranen Muster auf der Kuppel, die im Sonnenlicht fast wie Spitze wirken, haben mich dazu inspiriert, meine Staffelei genau dort aufzustellen. Während ich in meine Skizzen vertieft war, kam eine lokale Kunststudentin, Parisa Tabrizi, auf mich zu. Sie war neugierig auf meine Techniken und die lebendige Farbpalette, die ich gewählt hatte, um die Moschee festzuhalten. Parisa, die an einer nahe gelegenen Universität Bildende Kunst studiert, erzählte mir von ihren Erfahrungen mit traditionellen persischen Miniaturen und ihren Bemühungen, moderne Themen einzubeziehen, ohne dabei den Bezug zum kulturellen Erbe zu verlieren. Wir tauschten Ideen über die Verschmelzung traditioneller Kunstformen mit zeitgenössischen Stilen aus und fanden trotz unserer unterschiedlichen Hintergründe eine gemeinsame Basis in unseren künstlerischen Bestrebungen. Es war bereichernd, mit jemandem in Kontakt zu kommen, der sich mit denselben kreativen Dilemmata auseinandersetzt, aber aus einer ganz anderen kulturellen Perspektive. Wir verabredeten uns für morgen zu einer kleinen improvisierten Kunstsession auf dem Basar. Tage wie diese erinnern mich daran, warum ich mich auf diese Reise begeben habe – nicht nur, um Kunst zu schaffen, sondern um die Fäden menschlicher Verbindungen auf der Leinwand der Welt zu verweben.