Dritte Reise, Tag 63: Lachen im Wind

Die heutige Wanderung zum Chimi Lhakhang war ein Erlebnis, das Ruhe mit einem Hauch von Fantasie verband. Der Weg schlängelte sich durch Felder mit reifendem Reis, dessen goldene Halme sanft im Wind schwankten. Ich kam an einfachen Dorfhäusern vorbei, von denen jedes seine eigene kleine Geschichte hatte, die an die Wände gemalt oder in das Holz geschnitzt war. Das Lachen der Kinder erfüllte die Luft, untermalt vom gelegentlichen Blöken einer Ziege oder dem Krähen eines Hahns.
Als ich den Tempel erreichte, verspürte ich eine seltsame Mischung aus Gelassenheit und verspielter Energie. Der dem „göttlichen Verrückten” gewidmete Tempel war anders als alle Orte, die ich zuvor besucht hatte. Lebhafte Gebetsfahnen flatterten im Wind, und die Wände waren mit farbenfrohen, unkonventionellen Wandmalereien verziert. Die Energie war unbeschwert und doch zutiefst spirituell.
Ich verbrachte einige Zeit damit, die komplizierten Muster und skurrilen Fruchtbarkeitssymbole zu skizzieren, die das Tempelgelände schmückten. Die Einfachheit und der Humor des Ganzen hatten etwas Fröhliches an sich. Als ich im Innenhof saß, verspürte ich ein Gefühl stiller Zufriedenheit, als stünde ich kurz davor, etwas Tiefgründiges und doch wunderbar Einfaches zu verstehen.
Als ich zurückkam, nahm ich mir einen Moment Zeit am Fluss, um meine Gedanken vom stillen Wasser umspülen zu lassen. Ein weiterer Tag, eine weitere Schicht auf der Leinwand dieser Reise.