Vierte Reise, Tag 108: Durch die Augen von Holz und Rauch

Na Bolom fühlte sich an wie ein Haus voller Geschichten – knarrende Holzböden voller Erinnerungen, Wände mit verblassten Fotos von Lacandon-Maya-Gesichtern, die in stiller Trotzigkeit zurückblickten. Das Museum war einst das Zuhause von Frans und Gertrude Blom, Entdeckern, die zu Beschützern der indigenen Kultur wurden. Ihre Mission, das Leben zu dokumentieren und zu bewahren, lebt in den Artefakten und Büchern weiter, die den Raum füllen.
Ich verbrachte Zeit in der Bibliothek und fuhr mit meinen Fingern über die Rücken alter Karten und handgeschriebener Feldnotizen. Die Schwarz-Weiß-Porträts der Lacandon-Ältesten hatten eine gewisse Schwere – Überbleibsel einer Welt, die sich der Zeit widersetzte. In einem kleinen Innenhof schwangen gewebte Hängematten sanft im Wind, und hinter dem Tor herrschte geschäftiges Treiben, unbeeindruckt von der Stille im Inneren.
Ich skizzierte eine kunstvolle Holzmaske aus der Sammlung, deren Muster komplex und deren Ausdruck unlesbar war. Der Führer erklärte, dass das Volk der Lacandon einst frei durch den Regenwald streifte und fernab der Kolonialherrschaft lebte. Heute sind nur noch wenige von ihnen übrig.
Als ich nach draußen trat, hatte sich der Nieselregen in Nebel verwandelt, der sich über die roten Ziegeldächer der Stadt legte. Ich ging langsam zurück, meine Gedanken noch immer im Museum, und dachte an die Gesichter auf den Fotos.