Vierte Reise Tag 111: Asche und Aufbruch

Heute habe ich die Huellas de Acahualinca besucht, eine archäologische Stätte, an der menschliche Fußabdrücke in Vulkanasche aus vor Tausenden von Jahren erhalten geblieben sind. In dem Moment, als ich das Gelände betrat, fühlte sich die Luft schwerer an, erfüllt von der Last der Geschichte. Die ungleichmäßigen und hastigen Fußabdrücke schienen sich auf ein unbekanntes Ziel zuzubewegen, deren Zweck im Laufe der Zeit verloren gegangen ist. Einige Fußabdrücke gehörten Erwachsenen, andere Kindern – eine ganze Gruppe, die mitten auf einer Reise festgehalten wurde und durch die gewaltsamen Veränderungen der Natur verewigt wurde.
Ich stand schweigend da, folgte den Mustern mit meinen Augen und versuchte, mir ihre Gesichter und ihre Dringlichkeit vorzustellen. Wovor rannten sie weg? Oder wohin? Die Stille des Ortes stand im Kontrast zu der Bewegung, die diese Abdrücke suggerierten, ein Paradoxon der Zeit, eingefangen im Boden selbst.
Nachdem ich den Ort verlassen hatte, ging ich am Seeufer entlang, meine Gedanken immer noch bei diesen alten Reisenden. Ich dachte über meinen eigenen Weg nach – jede Reise, die ich unternehme, jeder Schritt, wie ein Abdruck in meiner eigenen sich entfaltenden Geschichte. Die Stadt summte um mich herum, die Gegenwart drängte vorwärts, aber die Vergangenheit blieb unter meinen Füßen zurück.