Vierte Reise Tag 115: Zwischen Sand und Horizont

Die Bootsfahrt nach Johnny Cay war wie das Betreten einer anderen Welt. Als wir San Andrés hinter uns ließen, erstreckte sich das Meer endlos vor uns und wechselte zwischen Saphir- und Türkistönen. Die Wellen schaukelten das Boot und versprühten kühle Gischt in die Luft, eine Erleichterung von der Mittagssonne.
Als ich auf der Insel ankam, war ich von ihrer rauen Schönheit beeindruckt – weißer Sand, wiegende Kokospalmen und Wasser, das so klar war, dass ich Fische sehen konnte, die um die flachen Riffe herumschossen. Ich fand einen ruhigen Platz in der Nähe des Ufers, holte mein Skizzenbuch heraus und zeichnete die zerklüfteten Silhouetten von Treibholz und Korallenfragmenten nach. Das Licht veränderte sich ständig und spielte mit den Farben des Meeres.
Ein lokaler Verkäufer kam vorbei und bot frisches Kokosnusswasser an. Ich machte eine Pause, nippte an der kühlen Flüssigkeit und beobachtete Pelikane, die sich geschickt in die Wellen stürzten. Das Rauschen des Meeres vermischte sich mit fernem Gelächter und dem Rhythmus von Reggae-Musik aus einer nahe gelegenen Hütte.
Als der Nachmittag voranschritt, packte ich meine Skizzen zusammen und ließ meine Füße in den warmen Sand sinken. Die Bootsfahrt zurück fühlte sich anders an – als hätte ich die Ruhe der Insel in mich aufgenommen. Johnny Cay hatte seine Spuren hinterlassen, und ich wusste, dass die Collage heute Abend seine Farben tragen würde.