Vierte Reise Tag 117: Der Atem des Waldes

Der Weg zu den Trafalgar Falls war feucht, aber einladend und schlängelte sich durch üppiges Grün, wo breitblättrige Pflanzen vom letzten Regen tropften. Das entfernte Rauschen des Wassers wurde mit jedem Schritt lauter, bis die beiden Wasserfälle, in Nebel gehüllt, in Sicht kamen. Der eine Wasserfall war kühl und kraftvoll, der andere warm und beruhigend, und beide flossen in ein felsiges Becken darunter.
Ich saß mit meinem Skizzenbuch in der Hand auf einem Felsbrocken am Rand und nahm das Zusammenspiel der Bewegungen in mich auf – das herabstürzende Wasser, den aufsteigenden Nebel, die im Wind raschelnden Blätter. Ich war fasziniert von dem Kontrast, von der Art und Weise, wie die beiden Wasserfälle unterschiedliche Wege bahnten und doch zusammenflossen. Ich zeichnete grobe Linien, um die Spannung zwischen ihnen einzufangen, die kühlen Töne des rauschenden Wassers im Gegensatz zur tiefen, erdigen Wärme der Steine.
Später tauchte ich meine Finger in das warme Wasserbecken, über dessen Oberfläche Dampf aufstieg. Die Luft war schwer von Feuchtigkeit und haftete an meiner Haut, als würde der Wald selbst atmen.
Als ich zurückging, schwebte ein Kolibri in der Nähe einer Blume, seine Flügel waren nur noch ein verschwommener Fleck. Ich hielt inne, um seine flinken Bewegungen zu beobachten, und dachte darüber nach, wie flüchtige Momente bleibende Eindrücke hinterlassen. Das Skizzenbuch in meiner Tasche enthielt grobe Ideen für die Arbeit am nächsten Tag, aber die wahre Essenz des Tages blieb in der Empfindung – dem Kontrast, dem Rhythmus, dem stillen Zusammenfluss der Kräfte.