Vierte Reise, Tag 9: Zwischen Stein und Himmel

Heute habe ich die Türme der La Basílica del Voto Nacional bestiegen. Die Basilika ragte hoch und imposant gegen den strahlenden Himmel empor, ihre gotischen Bögen und aufwendigen Steinmetzarbeiten waren aus der Nähe noch beeindruckender. Ich verbrachte einige Zeit damit, die Details des Bauwerks zu betrachten, während die Wasserspeier an den Seiten lange Schatten warfen, als die Sonne durch die Wolken blitzte.
Im Inneren erfüllte kühles, gedämpftes Licht das Kirchenschiff und beleuchtete die Buntglasfenster. Das Erklimmen der schmalen Treppen war wie eine Reise durch die verschiedenen Epochen der Geschichte. Jede Ebene bot neue Blickwinkel, Einblicke in die Stadt unter mir und kleine, ruhige Nischen, die sich in die Steinmauern schmiegten.
Als ich oben angekommen war, breitete sich Quito unter mir aus – ein Mosaik aus Terrakottadächern, verwinkelten Straßen und fernen Hügeln, die sich bis zu den Anden erstreckten. Die Luft war klar und von dieser Höhe aus wirkte die Stadt fast still. Ich skizzierte schnell, um den weiten Blick einzufangen, bevor sich das Licht zu verändern begann.
Es hat etwas Demütigendes, an einem Ort wie diesem zu stehen, wo Berge und Stadt in stiller Konversation aufeinandertreffen. Es war ein Moment, den ich festhalten wollte, hoch über den Geräuschen und Bewegungen unter mir.